Der Heimwerker und Gartenfreund
   Zugegeben, ich bin immer schon gerne handwerklich tätig gewesen. Wenn ich am Nachmittag von der Arbeit nach Hause kam, war mein erster Gang hinunter in den Keller in meinen Hobbyraum. Hier standen die Werkbank aus schwerem Holz und der Werkzeugschrank. An der Wand hing in ihrer Halterung die Bohrmaschine. Aber was heißt Bohrmaschine ...? Mit wenigen Handgriffen war sie zum Schraubendreher oder zur Kreissäge umzubauen, somit ein echtes Multifunktionsgerät mit robustem Motor. Bretter in allen Größen und Stärken (Diese, von handwerklich ungeschickten Mitbürgern immer wieder achtlos auf den Sperrmüll geworfen, trug ich postwendend zu mir in den Keller.) standen ringsum an den Wänden. Daraus ließen sich praktische Regale für Schuhe, Eingemachtes, Bücher oder auch Gewürzbänkchen machen. Doch seit die Kinder aus dem Haus sind, hatten wir leider nicht mehr genügend Schuhe oder Eingemachtes und gelesen hat eigentlich nur die Tochter. Im Hobbyraum überprüfte ich dann zum Beispiel, ob der Leim des neuen Bilderrahmens (Ein geeignetes Bild würde sich später finden), dessen Leisten ich am Abend zuvor aneinandergefügt und mit einer kräftigen Schnur zusammengebunden hatte, heute getrocknet war. Er war. Nur die Kanten der Leisten hatten sich etwas gegeneinander verschoben und bildeten Stufen. Aber für solche Zwecke hatte ich ja den elektrischen Schwingschleifer mit der “Bügeleisenspitze”, wie meine Frau etwas verächtlich meinte; damit konnte ich auch bis in die kleinste Ecke schleifen.

   Nun war ein Ereignis eingetreten, das mein ganzes organisa-
heimwerker
torisches und handwerkliches Talent forderte. Wir waren im Februar in ein kleines Reihenhaus mit einem nicht mal so kleinen Garten eingezogen. Dieser war so breit wie das Haus selbst (5,1m), schloss sich an die Terrasse (2,2m) an und war dann noch 12,5m lang, Eine Hecke (3,0m) war Sichtschutz zum linken Nachbarn. Die rechte Hecke, ebenso lang, gehörte zu meinem Garten und müsste längst mal geschnitten werden, was meine Aufgabe war. Drei Rosenstöckchen begrenzten die
<<  ×  >>