Ich hab’ mal versucht ein plattdeutsches Gedicht ins Schwäbische zu übersetzen. Gar nicht so einfach!
Es ist von dem Heimatdichter Rudolf Tarnow aus Mecklemburg.
De söben Sinnen
    „Der Mensch,” seggt Köster Klickermann,
„Steht in der Schöpfung baben an
Und ist der Wähligste von allen;
Und kann mir soanst nicht gefallen,
Dass manche sagen, dass vor Jahren
Die ersten Menschen Affen waren,
Die bischen plietscher sich gebierten
Und sich dann nahst vermengulierten.
Nun möcht’ ich einen Menschen fragen:
Was würde Adam dazu sagen?
Die Leute sollten sich was schämen
Und Rücksicht auf die Eltern nehmen,
Denn, Kinder, dieses gibt zu denken
Und muss die besten Eltern kränken.
Und woanst sollt’ es möglich sein?
Das Vieh düst in den Tag hinein
Und frisst und ist ihm einerlei
Und denkt sich in der Welt nichts bei.
Der Mensch dagegen denkt sich was
Und hat sein Tun mit Dies und Das
Und bei sein Weswark früh und spat;
Da merkt man, dass er Ahnung hat.
Er grübelt mit Verstand und Fleiß,
Und was er dann von selbst nicht weiß,
Das schlägt er in den Büchern nach
Und wo er sonst was finden mag.
Nein, Kinder, wir sind keine Affen,
Als Menschen sind wir furts erschaffen,
Und Sinne hat uns Gott gegeben,
Damit, dass wir als Menschen leben.   
Nun aber sag’ mal, Heiner Moll,
Woviele Sinne hast du woll?”
Als Menschen sind wir furts erschaffen,
Und Sinne hat uns Gott gegeben,
Damit, dass wir als Menschen leben.   
Nun aber sag’ mal, Heiner Moll,
Woviele Sinne hast du woll?”

   Tjä, Heiner Moll, dat wier so ’n Sak,
De har wat anners in de Mak:
Mit sienen Nahwer Beggerow
Harr he all dremmelt immertau
Un wür mit em üm Griffeln schutern,
Un ‘t wier ein Schachern un ein Futern,
Un nu kem de oll Klickermann
Mit de verdammten Sinnen an.
„Wat hett he fragt?”, denkt Heiner Moll,
So wat von Sinnen wier ‘t ja woll. -
„Du!”, flüstert he, Korl Beggerow,
Du, segg mal bäten läufig tau!”
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